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Therapiemethoden

links: Eine Frau malt mit der Hand und Couachefarben zum Thema verwurzelt sein. rechts: Ein Mann malt mit Pinsel und mischt die Acrylfarben zu seinem Biografiebild.
links: Eine Frau entwirft eine Schlange, die nach einer Imagination eine zweite Schlange gebiert. rechts: Eine Frau arbeitet über Monate, aber mit Unterbrüchen, am Körperbild in Lebensgrösse.
links: Ein Mann malt die Blumen in seinem Garten nach Skizze und entdeckt seine künstlerische Begabung neu. rechts: Ein Mann arbeitet am Tisch und zeichnet Muster und Mandalas. Die Arbeit mit Strukturen beruhigt ihn.

Prozess - pro cedere - vorwärts schreiten

Künstlerische Mittel wie
- malen, gestalten, imaginieren im Sinne von erinnern und phantasieren
- zusätzlich zum Bild und der Struktur: Klang, Bewegung, Wort

dienen der Prozessentfaltung, unterstützen das individuelle Therapiegeschehen, das schöpferische Geschehen und den Gestaltungsprozess
   
Methodische Grundlagen
-
Farbprozesse, z.B. individuelles Farberleben
- Lebensprozesse, z.B. Aufarbeiten biografischer Erfahrungen
- Symbolisierungsprozesse, z.B. Umgang mit Symbolik
Das Orientierungsmodell:
Der Kreis als Symbol für zirkuläre Prozesse
Der Farbenkreis, wobei jede der sechs Buntfarben: grün, gelb, orange, rot, violett, blau mit einer bestimmten Emotion und Abwehrstrategie verbunden ist.
Das Koordinatenkreuz als Symbol für lineare Prozesse mit zwei polaren Bewegungsformen:
horizontal: strukturierend, zentrierend - auflösend, expandierend
vertikal: abgrenzend - verbindend
Analog zu den Grundbedürfnissen psych. Aktivität:
horizontal: Bedürfnis nach Kontrolle, Orientierung an Strukturen - Bedürfnis nach Lustgewinn, Unlustvermeidung
vertikal: Bedürfnis nach Abgrenzung und Selbsterhöhung - Bedürfnis nach Bindung
Das Orientierungsmodell ist ein diagnostisches Mittel und ist, wie alle Modelle, eine abstrahierende und relativierende Darstellung eines komplexen Sachverhaltes. Die Ver-ein-fachung hilft: psychische Prozesse werden der Anschauung zugänglich gemacht. Prozesstypische Merkmale wie z.B. emotionale Abwehrtsrategie, eine Vermeidung, eine Fixierung oder eine Überbelastung sollen erkannt und begriffen werden. Ein Modell widerspiegelt die Wirklichkeit nicht, es dient der Orientierung. Es zeigt nicht WIE therapeutisch gearbeitet werden soll, sondern WORAN.

ein Prozess

Das Malen und Gestalten an sich ist die Methode. Zentral ist: der Zugang zur eigener Kreativität, zur Mitte, zu den Selbstheilungskräften soll ermöglicht werden. Der Mensch soll spürbar sein.

Beruhigend und zentrierend kann das Mandala oder Muster zeichnen sein.

Eine Collage oder eine Komposition gestalten kann strukturieren und ordnen.

Das Gefühl der Zugehörigkeit kann bei Partnerarbeiten gestärkt werden.

Ein Rahmenbild kann Halt geben und helfen Grenzen zu ziehen.

Improvisieren, umgestalten, ein Messpainting, mit vergänglichen Materialien wie Sand und Schnee arbeiten... solche Tätigkeiten ermöglichen ein intuitiver, unbewusster Malprozess. Modellieren oder malen mit geschlossenen Augen entzieht sich der Kontrolle, auch der Emotionskontrolle.

Spachteln, kratzen, dreidimensionales Schaffen können Präsenz stärken und den Standpunkt markieren helfen.

Die Auseinandersetzung mit Rot-Blau bringt vielleicht Farbe und Licht in Beziehungen oder sagt etwas über den Umgang mit Aktivität-Passivität aus.

Zur Stabilisierung dienen Bilder mit der Ressourcenfarbe, Bilder mit Engeln oder Krafttieren.
Ein Körperbild fördert die Körperwahrnehmung.

Ein Triptychon zeigt zum Beispiel die Situation Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft auf und verdeutlicht, wohin die Reise gehen soll.

Die Orientierung an der Prozessdynamik ist bestimmend und nicht das methodische Fachwissen. Dieses dient dem Prozess als impulsgebende Unterstützung, als Unterstützung der persönlichen Lebensbewegung. Die erlernte Methode gibt Halt und Sicherheit, sie dient der Lösungsfindung, sie ist nicht die Lösung. Während der therapeutischen Begleitung werden, passend zum individuellen Weg, kunsttherapeutische Interventionen ausgewählt.

Das auslösende Malen: das Thema wird indirekt angegangen. Problemlösungsversuche sind individuell sichtbar, es wird eine Reaktion provoziert.

Das Ausdrucksmalen oder expressive Malen: die subjektive Befindlichkeit wird ausgedrückt, die Bilder weisen oft einen starken Symbolgehalt auf. Es folgt eine Konfrontation mit dem, was sichtbar geworden ist.

Das projektiv darstellende Malen: gemalt wird expressiv, vermehrt komm eine reflektierende Arbeit hinzu. Eine bestimmte Situation, Struktur wird adäquat dargestellt, es folgt eine Konfrontation der sozialen Gegebenheiten mit dem entsprechenden intrapsychischen Erleben.

Das Nass-in-Nass-Malen: ist eine nach innen gerichtete Malweise und regt die Phantasie an. Konturen lösen sich auf, durch die fliessenden Farben entstehen spontane Bilder, eher zufällig als geplant.

Das Farbgeschichten-Malen: stellt die Thematik ins Zentrum, eine Handlung wird malerisch entwickelt, wobei der Ausgang bei Malbeginn offen sein muss, damit sich ein Schluss im Prozess entwickeln kann. Die Farbe spielt eine charakteristische Rolle.

Das Schmierbild-Malen: erleichtert den Zugang zur körperlichen Empfindung beim Malen, da mit Händen oder Füssen gearbeitet wird, so lange bis sich ein Bild zeigt, das zur Stimmigkeit ausgearbeitet wird.

Das Klatschbild-Malen: regt die Phantasie an. Farbflecken werden auf nasses Papier aufgetragen, dieses gefaltet. Das entstandene Symmetriebild wird nun ausgestaltet.

Das Schichten-Malen: verlangt Disziplin und Ausdauer. Die Farbe wird hauchdünn aufgetragen (viel Wasser, wenig Pigmente) und die Schichten sollen sich nicht vermischen. Das bedeutet: jeder Auftrag muss vor dem weiter Bearbeiten trocken sein. Geduld, Gestaltungskraft und die Fähigkeit zur meditativen Wahrnehmen der Farbqualität werden gefördert.